Anthropic, der Entwickler des Chatbots Claude, hat am 26. Oktober öffentlich einen Börsengang in den USA unter dem Kürzel ANT beantragt; Analysten sehen die Bewertung über 1,5 Billionen Dollar.

Anthropic, das in San Francisco ansässige KI-Unternehmen hinter dem Chatbot Claude, hat öffentlich einen Börsengang in den USA beantragt, wie The Guardian, die Nachrichtenagentur AP und Reuters am 26. Oktober 2026 berichten. Das Unternehmen will unter dem Kürzel ANT gehandelt werden und hatte bereits im Juni vertraulich bei den US-Aufsichtsbehörden eingereicht. Laut The Guardian bewerten Analysten und Investoren das 2021 gegründete Unternehmen mit mehr als 1,5 Billionen Dollar; AP schreibt, der Antrag bereite ein Debüt an der Wall Street im nächsten Monat vor, das den SpaceX-Börsengang vom Juni mit einem Rekorderlös von 86 Milliarden Dollar übertreffen könnte.

Der Prospekt gewährt laut The Guardian erstmals Einblick in die geprüften Finanzzahlen. Der Umsatz stieg von 41 Millionen Dollar 2023 auf 386 Millionen 2024 und 4,585 Milliarden 2025 und erreichte allein im ersten Halbjahr 2026 16,286 Milliarden. Anthropic weist für dieses Halbjahr einen Nettoverlust von 80 Milliarden Dollar aus und gibt an, bis Ende Juni 141,1 Milliarden Dollar eingesammelt zu haben. Das Geschäft stützt sich auf Unternehmenskunden: Zum 30. September nannte das Unternehmen mehr als 14.000 Geschäftskunden, davon rund 250 mit je mindestens 10 Millionen Dollar Umsatz; ein Viertel der Erlöse stammt von den fünf größten Kunden.

Die Unterlagen enthalten zudem mehr als 90 Seiten Risikohinweise, darunter 6,2 Milliarden Dollar Schulden, hohe Ausgaben für Rechenleistung externer Anbieter und mögliche Missbräuche der Modelle. Genannt wird ein Streit mit der Trump-Regierung, in dessen Folge das Unternehmen als Lieferkettenrisiko eingestuft wurde; Militärbehörden dürfen daher keine Verträge mit ihm schließen, was Anthropic anficht. The Guardian nennt den Börsengang einen Test für die finanzielle Tragfähigkeit des KI-Booms. Preis und genauer Handelstermin waren in den geprüften Berichten nicht bestätigt; die Zahlen geben die Darstellung des Guardian zum Prospekt wieder.