Laut NPR hat der Bundibugyo-Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo mehr als 10.000 Infektionen erreicht und ist damit der sich am schnellsten ausbreitende; Fälle gibt es auch in Kenia und Nigeria, und eine erste Impfstoffstudie läuft an.

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat seit seiner Ausrufung im Mai mehr als 10.000 Infektionen erreicht, wie NPR am 27. Oktober unter Berufung auf die jüngsten Zahlen der kongolesischen Regierung berichtete. Von NPR zitierte Helfer bezeichnen ihn als den sich am schnellsten ausbreitenden Ebola-Ausbruch der Geschichte: Das International Rescue Committee gibt an, dass bei der Epidemie in Westafrika 2014–2016 zu einem vergleichbaren Zeitpunkt nur etwa 4.000 Menschen infiziert waren; sie bleibt mit mehr als 28.000 Fällen und über 11.000 Todesopfern die größte. Der aktuelle Ausbruch hat laut NPR fast 5.000 Menschen getötet, etwa ein Drittel davon Kinder. Die Zahlen unterscheiden sich je nach Quelle und Datum; Al Jazeera meldete unter Berufung auf Gesundheitsbehörden am 24. Oktober mehr als 9.700 Fälle und über 4.600 Todesfälle.

Auslöser ist die seltene Bundibugyo-Spezies des Virus, für die vorhandene Tests nicht ausgelegt waren, und der Ausbruch begann in einer abgelegenen, von Konflikten betroffenen Region im Nordosten des Kongo. Hinweise deuten inzwischen darauf hin, dass das Virus seit Februar oder März unentdeckt zirkulierte, Monate vor der Ausrufung im Mai. Al Jazeera berichtet, Kenia habe seinen ersten Fall und seit Anfang Oktober mehrere weitere bestätigt, Nigeria am 20. Oktober seinen ersten Fall; die Behörden untersuchen noch, wo sich die Patientin angesteckt hat. Der WHO-Regionaldirektor für Afrika, Mohamed Janabi, sprach von einer komplexeren Ausbruchslage. Die Einsatzkräfte stoßen auf tiefes Misstrauen: Eine Umfrage des IRC in Nord-Kivu ergab, dass 85 Prozent der Befragten angeben, Misstrauen gegenüber Helfern halte sie davon ab, Hilfe zu suchen; etwa zwei Drittel der Todesfälle ereignen sich in den Gemeinden statt in Behandlungszentren, und rund 80 Prozent der Neuinfektionen waren keine bekannten Kontaktpersonen.

Die Reaktion wurde ausgebaut: Nach Angaben des von NPR zitierten UNICEF-Ebola-Einsatzleiters gibt es mehr als 50 Behandlungszentren, etwa zwei Dutzend Diagnoselabore und fast 2.000 Behandlungsbetten. Für Bundibugyo ist weder ein Impfstoff noch eine Therapie zugelassen. Die WHO gab am 24. Oktober den Beginn der Tumaini-Studie in Bunia bekannt, bei der Teilnehmer mit Ervebo geimpft werden, das für die Zaire-Spezies zugelassen ist, um einen möglichen Kreuzschutz zu prüfen; Bundibugyo-spezifische Kandidaten von Oxford und Moderna sollen bald hinzukommen. Von NPR zitierte Experten warnen, dass Impfstoffe allein ohne Kontaktverfolgung, Isolation und dauerhafte Finanzierung nicht genügen, und fürchten, dass die internationale Aufmerksamkeit nachlässt, obwohl sich die Krise verschärft.