Der französische Blutspendedienst EFS meldet, Alarmsysteme hätten einen Angriff auf die Kühlsteuerung an drei Standorten gestoppt, bevor Plasma beschädigt wurde – ein weiterer Fall in der Serie von Kühlschrank-Angriffen in Europa.

Der französische nationale Blutspendedienst Établissement français du sang (EFS) teilte mit, dass die Temperatur- und Abtauschwellen am Montag an drei Kühllagern mit Plasma auf „extrem hohe Werte“ angehoben wurden, wie Euronews und der Guardian berichten. Das Plasma war für Transfusionen und die Herstellung von Arzneimitteln bestimmt. Laut EFS erkannten die Überwachungs- und Alarmsysteme die Anomalien schnell, sodass Mitarbeiter die Produkte verlagern oder sichern konnten; es seien keine gesundheitlichen Folgen bekannt und keine Blutprodukte verloren gegangen. Entnahme und Verteilung von Blut liefen ohne Unterbrechung weiter.

Der EFS erklärte, der Angriff habe einen Lieferanten von Kühltechnik getroffen, und die Kühllager würden von Vertragspartnern betrieben, der Dienst selbst sei daher nicht direkt Ziel gewesen. Die nationale Cybersicherheitsbehörde ANSSI und das Gesundheitsministerium wurden informiert und ermitteln; der EFS hat die Überwachung aller Geräte verstärkt. Nach Angaben des Guardian sammelt, prüft und verteilt der EFS Blutprodukte an mehr als 1.900 Krankenhäuser in Frankreich und versorgt mehr als eine Million Patienten pro Jahr.

Der Vorfall folgt auf Angriffe in dieser Woche auf Kühlsteuerungen in Supermärkten in fast einem Dutzend europäischer Länder, bei denen die Temperaturen in Kühl- und Gefrierschränken Berichten zufolge auf bis zu 50 °C stiegen und Lebensmittel im Wert von Millionen Euro verdarben. Der Guardian berichtet zudem, Hacker hätten im vergangenen Monat Kühlaggregate in bis zu 700 französischen Supermärkten übernommen. Niemand hat sich bekannt, ein Motiv ist unbekannt. Ein EU-Sprecher sagte, es handle sich um „keine Einzelfälle“, EU-Agenturen berieten mit nationalen Behörden über eine gemeinsame Antwort, ohne Urheber zu nennen. Rafe Pilling von Sophos sagte dem Guardian, am plausibelsten seien eine staatliche Demonstration von Fähigkeiten oder ein Einzeltäter; beides ist nicht bestätigt.