Eine BBC-Recherche zeigt, dass vier geplante britische Hyperscale-Rechenzentren Gaskraft erwägen; der Guardian berichtet über einen 20-Mrd.-£-Deal für ein KI-Rechenzentrum am Drax-Standort.
Eine Recherche von BBC File on 4 Investigates berichtet, dass vier geplante „Hyperscale“-KI-Rechenzentren in Großbritannien, drei davon in Südengland, bereits den Einsatz von Gaskraft erwägen, während sie auf Netzanschlüsse warten. Nach eigenen Berechnungen der BBC würden sie bei durchgehendem Volllastbetrieb rund 1,3 Gigawatt benötigen und könnten schätzungsweise 4,1 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ausstoßen – mehr als Manchester, Liverpool und Southampton zusammen. Zu den Vorschlägen zählen ein 200-Megawatt-Gaskraftwerk in Wapsey's Wood in Buckinghamshire, Gasmotoren mit bis zu 49,5 Megawatt in Acre Slough westlich von London und temporäre Turbinen mit bis zu 49,9 Megawatt in Cardiff. Die Entwickler bezeichnen dies als Übergangs- oder Worst-Case-Lösungen; über eine Genehmigung eines der Vorhaben wurde nicht berichtet.
Der Druck kommt vom Stromnetz. Laut BBC sagt die Regulierungsbehörde Ofgem, Entwickler beantragten Anschlüsse von insgesamt 72 Gigawatt, bei einer nationalen Spitzenlast von 45 Gigawatt im vergangenen Jahr; manchen wurde gesagt, sie müssten bis zu zehn Jahre auf Netzausbau warten. Die BBC berichtet, der Haushalt erlaube Rechenzentren die Eigenerzeugung vor Ort während der Wartezeit, begleitet von einem neuen „Data Centre Covenant“, der vorrangige Anschlüsse an lokale Investitionen, Arbeitsplätze und Wasserschutz knüpft. Toby Perkins, Vorsitzender des Umweltprüfungsausschusses, sagte, ein starker Anstieg der Erdgasnutzung „kann nicht die Zukunft sein“, während die Regierung Rechenzentren als essenziell für Großbritanniens Wirtschaft bezeichnet und der Entwickler Quest Park erklärt, Alternativen ohne Gasverbrennung zu prüfen.
Die Debatte verschärfte sich am selben Tag, als der Guardian über einen 20-Mrd.-£-Deal von Drax, Brookfield und Radiant berichtete, am Standort des Kraftwerks Drax in North Yorkshire ein Rechenzentrum von mehr als einem Gigawatt zu bauen. Eine erste Phase mit bis zu 100 Megawatt könnte ab Anfang 2028 über vorhandene Netzanschlüsse betrieben werden; die direkte Versorgung durch Drax wird bis Anfang der 2030er erhofft, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Der Guardian weist darauf hin, dass die Regierung für Drax eine begrenztere Rolle angekündigt hat und das Unternehmen von 2027 bis 2031 nur die Hälfte seiner heutigen Subvention erhält, und dass das überlastete Netz und die rechtlich bindenden Klimaziele Fragen aufwerfen, wie solche Projekte versorgt werden. Die Emissionszahl der BBC ist eine Schätzung unter Volllastannahme; die tatsächlichen Folgen hängen davon ab, welche Pläne umgesetzt werden und wie sie mit Strom versorgt werden.



