Eine studentische Bewegung hat die vorgezogene Parlamentswahl in Serbien am 25. Oktober gewonnen, 14 Jahre Dominanz von Aleksandar Vucics Fortschrittspartei beendet und Jubel in Belgrad ausgelöst.
Eine von Studierenden getragene Bewegung hat die vorgezogene serbische Parlamentswahl am Sonntag, dem 25. Oktober 2026, gewonnen und der Serbischen Fortschrittspartei (SNS) von Aleksandar Vucic eine historische Niederlage zugefügt, die 14 Jahre politischer Vorherrschaft beendet – so berichten Al Jazeera und France 24. Laut France 24 räumte Vucic die Niederlage gegen die Bewegung, die Studentenliste, ein.
Am Montag erfasste Feierstimmung Belgrad. France 24 beschrieb hupende Autofahrer und Passanten, die drei Finger hochhielten – die Listennummer der Siegerin –, während Anwohner einen Park zwischen Parlament und Präsidentschaft säuberten, nachdem Vucic-Anhänger, die dort über ein Jahr campiert hatten, abgezogen waren. Reuters übertrug live vom Slavija-Platz, wo sich Studierende versammelten.
Der Übergang dürfte turbulent werden. Al Jazeera weist darauf hin, dass im Dezember Präsidentschaftswahlen anstehen und die neuen Machthaber zunächst Institutionen angehen müssen, die Analysten zufolge unter der SNS vereinnahmt wurden: Justiz, Staatsanwaltschaft, Polizei und Medien. Zitierte Experten erwarten einen schrittweisen außenpolitischen Wandel, keinen sofortigen Beitritt zu EU-Sanktionen gegen Russland, wohl aber eine Prüfung von Verträgen mit Israel und neue Hoffnung auf einen EU-Beitritt.


