In Tokio verwies Academy-CEO Bill Kramer auf wachsende internationale Mitgliedschaft, den bevorstehenden YouTube-Wechsel der Oscars und einen neuen Festivalweg ins Rennen um den internationalen Film.
Bill Kramer, CEO der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, nutzte am Mittwoch ein Panel beim 39. Internationalen Filmfestival Tokio, um zu argumentieren, die Organisation werde zunehmend globaler, wie das Hollywood Reporter berichtet. Vor einem Jahrzehnt hätten etwa 5 Prozent der Academy-Mitglieder außerhalb der USA gelebt, heute seien es rund 25 Prozent; die Academy habe etwa 70 japanische Mitglieder, und er erwarte einen Anstieg. Bei den letzten Oscars sei in jeder Kategorie internationale Beteiligung vertreten gewesen, sagte Kramer und verwies auf den besten Film ebenso wie auf den internationalen Film; den Sieg von „Parasite“ nannte er einen Wendepunkt.
Kramer verteidigte außerdem die Vereinbarung der Academy mit YouTube, die der Hollywood Reporter als einigermaßen umstritten beschreibt. Demnach hält YouTube von 2029 bis 2033 die exklusiven weltweiten Rechte an den Oscars, nach der letzten ABC-Übertragung 2028; die Zeremonie wird dann live und kostenlos weltweit verfügbar sein. In zwei Jahren erreiche die Show 2,5 Milliarden Menschen in mehr als 30 Sprachen, sagte Kramer und nannte den Schritt eine bewusste Entscheidung, damit Zuschauer überall gleichzeitig und im selben Format zuschauen können. Auf dem Podium saßen zudem Academy-Präsidentin Lynette Howell Taylor und Meredith Shea, Chief Membership, Impact and Industry Officer; moderiert wurde von Festivaldirektor Takeo Hisamatsu.
Die Academy-Führung hob außerdem einen neuen Weg in das Rennen um den besten internationalen Spielfilm hervor. Ab den 99. Academy Awards können berechtigte nicht-englischsprachige Filme sich qualifizieren, indem sie bei einem von sechs Festivals einen bestimmten Preis gewinnen – Cannes (Goldene Palme), Venedig (Goldener Löwe), Berlin (Goldener Bär), Busan (Busan Award für den besten Film), Sundance (World Cinema Grand Jury Prize) und Toronto (Platform Award) –, ohne die offizielle Auswahl ihres Landes zu benötigen. Dass Tokio fehlt, während der regionale Rivale Busan dabei ist, haben viele im japanischen Festival als schlechte Nachricht aufgenommen; Zuschauer fragten zweimal danach. Kramer sagte, die Academy wolle die Liste qualifizierender Festivals erweitern, und bat das Publikum, dranzubleiben, nannte aber weder Zeitplan noch Zusage. Die Angaben beruhen auf einem einzelnen Branchenbericht über Kramers Aussagen und wurden hier nicht unabhängig bestätigt.



