Spieler, Legenden und nationale Verbände haben einen offenen Brief gegen ATP-Pläne unterzeichnet, die Doppelfelder verkleinern und den Preisgeldanteil ab 2028 halbieren würden. Das Board stimmt bei den ATP Finals in Turin ab.
Mehr als 150 Doppelspieler der Herren, unterstützt von Tennislegenden und mehr als 20 nationalen Verbänden, haben einen offenen Brief unterzeichnet und die ATP gebeten, Reformen zu überdenken, die ihrer Ansicht nach die Zukunft der Disziplin gefährden. Zu den Unterzeichnern zählen der Brite Henry Patten, der mit dem Finnen Harri Heliovaara die Weltrangliste anführt, sowie die Bryan-Brüder. Laut BBC Sport und Guardian sollen die Doppelfelder ab 2028 halbiert werden: Bei Masters-1000-Turnieren würden nur noch 16 Paare antreten, in den Hauptfeldern der ATP-500- und -250-Turniere nur acht. Der Anteil des Preisgelds für das Doppel soll von 20 auf 10 Prozent sinken, die Differenz würde an das Einzel gehen.
Im Brief schreiben die Spieler, die Pläne würden rund 20 Millionen Dollar (15 Millionen Pfund) vom Doppel ins Einzel verschieben und viele professionelle Chancen streichen, sodass eine Doppelkarriere deutlich schwerer aufzubauen wäre. Sem Verbeek, Wimbledon-Mixed-Sieger 2025 und einer der Organisatoren, sagte dem Guardian und BBC Sport, die Vorschläge würden Karrieren zerstören, und die ATP habe auf Forderungen nach Daten und echter Zusammenarbeit nicht reagiert. Die Bryan-Brüder erklärten, sie würden rechtliche Schritte unterstützen, und erinnerten an die Klage der Spieler gegen die ATP im Jahr 2005. Die ATP betont, ihre Überprüfung stütze sich auf Daten und solle ein nachhaltigeres Modell für Turniere und Fans schaffen; Geschäftsführer Andrea Gaudenzi schrieb, das Doppel bleibe ein zentraler Bestandteil der Tour.
Das ATP-Board aus Vorsitzendem Gaudenzi, vier Turniervertretern und vier Spielervertretern soll im November bei den ATP Finals in Turin über die Pläne abstimmen, Teil einer breiteren Überprüfung zur Stärkung der Tour ab 2028. Manche im Tennis halten eine Reform für nötig und argumentieren, ein Preisgeldanteil von 20 Prozent stehe in keinem Verhältnis zum Faninteresse; die Spieler entgegnen, die ATP habe das Doppel zu wenig vermarktet. Sie sehen wenig Verhandlungsbereitschaft, doch ATP-Quellen sagten BBC Sport, sie rechneten mit einem Kompromiss.


