Der für seine expressiven figurativen Zeichnungen bekannte Maler Jogen Chowdhury ist am 25. Oktober im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus in Kolkata gestorben, berichtet ARTnews.

Jogen Chowdhury, einer der führenden modernen Maler Indiens, ist am 25. Oktober im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus in Kolkata gestorben, wie ARTnews berichtet. Das Magazin beruft sich auf indische Medienberichte, wonach er seit mehr als einem Jahr an einer seltenen Blutkrebserkrankung litt. In den sozialen Medien folgten Beileidsbekundungen: Der Chief Minister von Westbengalen, Suvendu Adhikari, nannte ihn „eine überragende Säule unserer Kulturwelt“, deren Vermächtnis „über alle Zeiten unsterblich“ bleibe, während der in Kolkata lebende Maler Samir Aich den Tod als persönlichen Verlust und als Ende eines Kapitels der Bengal School of Art bezeichnete.

Chowdhury wurde am 16. Februar 1939 im Dorf Daharpara in Faridpur geboren, damals Teil des ungeteilten Bengalen, und beschrieb eine kreative Kindheit: Seine Mutter war für ihre Alpana-Zeichnungen bekannt, sein Vater war Maler und Bildhauer. 1955 schrieb er sich am Government College of Art & Craft in Kolkata ein und studierte dort bis 1960, später in den 1960er-Jahren an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris, bevor er 1968 nach Indien zurückkehrte. 1972 war er Kurator der Kunstgalerie des Rashtrapati Bhavan, der Residenz des indischen Präsidenten, und im April 2014 wurde er für den Trinamool Congress in die Rajya Sabha, das Oberhaus des indischen Parlaments, gewählt, der er bis April 2020 angehörte.

Laut ARTnews war Chowdhury für seine Linienführung bekannt: Mit Kreuzschraffuren verzerrte er die menschliche Figur behutsam bis an die Grenze zur Karikatur – nicht als Spott, sondern um seelische Innenwelten sichtbar zu machen. Der Kritiker R. Siva Kumar schrieb, seine Figuren verbänden „dekorative Eigenwilligkeit und expressive Verzerrung“ mit „überschwänglicher Sinnlichkeit“. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Prix de la Jeune Peinture in Paris (1966), eine Anerkennung bei der Zweiten Biennale von Havanna (1986), der Kalidas Samman der Regierung von Madhya Pradesh (2001) und der Banga Bibhushan, die höchste zivile Auszeichnung Westbengalens (2012).