Die Europäische Zentralbank gab bekannt, dass Christine Lagarde das Amt am 7. Februar 2027 aufgibt, Monate vor dem Ende ihrer achtjährigen Amtszeit. Damit beginnt die Suche nach ihrem Nachfolger.

Die Europäische Zentralbank teilte am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, mit, dass Christine Lagarde am 7. Februar 2027 als Präsidentin zurücktreten wird, rund neun Monate vor dem Ende ihrer achtjährigen Amtszeit. Laut EZB informierte Lagarde den EZB-Rat, der die Leitzinsen im Euroraum festlegt, sowie den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, über ihre Entscheidung. Der EZB-Rat habe sich herzlich bei ihr bedankt und ihr minutenlang stehend applaudiert, so die Bank. Die Nachricht kam am selben Tag, an dem die EZB ihre jüngste Zinsentscheidung verkünden wollte, von der weithin erwartet wurde, dass sie die Zinsen unverändert lässt.

Costa würdigte ihren Einsatz als EZB-Präsidentin seit November 2019 und erklärte, das Verfahren zur Ernennung ihres Nachfolgers werde sofort eingeleitet und ohne Verzögerung durchgeführt. Nach EU-Regeln ernennt der Europäische Rat den Präsidenten mit qualifizierter Mehrheit, nach einer Empfehlung der EU-Finanzminister und nach Anhörung des Europäischen Parlaments und des EZB-Rates. Der Guardian berichtete, als mögliche Kandidaten würden der frühere niederländische Notenbankchef Klaas Knot, der spanische Banker Pablo Hernández de Cos, Bundesbankpräsident Joachim Nagel und die Präsidentin der Europäischen Investitionsbank, Nadia Calviño, genannt; bestätigt ist keiner von ihnen.

Lagarde, frühere französische Finanzministerin und ehemalige Geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds, trat im November 2019 ihr Amt an; Spekulationen über einen vorzeitigen Abschied gab es seit Monaten. Der Guardian merkte an, sie gelte als mögliche Kandidatin für die Leitung des Weltwirtschaftsforums, eine solche Entscheidung sei aber nicht verkündet worden. Ihr Abgang fällt in eine Zeit schwachen Wachstums und einer Inflation über dem Zielwert im Euroraum; ein vom Guardian zitierter Ökonom sagte, eine frühe Ernennung erlaube es, den Nachfolger noch unter Emmanuel Macron zu bestimmen, vor der französischen Präsidentschaftswahl 2027.