Koreas Medienaufsicht wirft beiden Konzernen vor, Entwickler zu eigenen Zahlungssystemen gelenkt und App-Prüfungen verzögert zu haben, und ordnet Änderungen binnen drei Monaten an.
Südkoreas Medien- und Kommunikationskommission (KMCC) hat Google und Apple am Mittwoch zu einer Gesamtstrafe von 63,7 Milliarden Won (rund 42,7 Millionen Euro) verurteilt, wie Euronews berichtet. Google muss 42,9 Milliarden Won zahlen, Apple 20,8 Milliarden Won, nach einer Untersuchung, die im August 2022 begann. Die Behörde stellte fest, dass beide Unternehmen gegen ein Gesetz von 2021 verstoßen haben, das weltweit erste seiner Art, das App-Store-Betreibern verbietet, Entwickler auf ein bestimmtes Zahlungssystem festzulegen.
Laut Kommission durften Entwickler zwar formal andere Zahlungsmethoden in ihren Apps anbieten, doch die Konzerne verlangten dafür 26 % Provision, kaum weniger als die 30 % für die eigenen Systeme, und hielten einige Funktionen zurück, sodass Entwicklern kaum eine echte Wahl blieb. Zahlungen über externe Websites waren ganz blockiert. Zudem seien App-Prüfungen ohne klare Begründung oder Wiederaufnahmetermin verzögert worden, und Apple habe koreanischen Entwicklern von 2015 bis Januar 2023 mehr berechnet als Entwicklern anderswo, indem die Provision auf Preise inklusive Mehrwertsteuer berechnet wurde.
Beide Unternehmen müssen koreanischen Entwicklern erlauben, Links zu externen Zahlungsoptionen in Apps zu setzen, und ihre Prüfverfahren verbessern; Pläne sind binnen eines Monats vorzulegen, die Änderungen binnen drei Monaten umzusetzen. Kommissionschef Kim Jong-cheol betonte, koreanisches Recht gelte für inländische und ausländische Firmen gleichermaßen. Google und Apple äußerten sich zunächst nicht öffentlich. Der Fall erinnert an das Vorgehen der EU nach dem Digital Markets Act, wo Apple im April 2025 500 Millionen Euro und Google im Juli 890 Millionen Euro zahlen sollten; beide haben Rechtsmittel eingelegt.



