Laut CrowdStrike nutzte die in China ansässige Gruppe Vapor Panda ab dem 17. Oktober das agentische KI-Framework ARTEX gegen mehr als 200 Organisationen in mindestens 14 Ländern; bei neun sind Einbrüche bestätigt.

CrowdStrike berichtete am 29. Oktober, dass ein in China ansässiger Angreifer, den das Unternehmen als Vapor Panda (früher VexatiousTemper) verfolgt, ein KI-gestütztes Framework namens ARTEX für eine globale Spionagekampagne eingesetzt hat. Die Aktivität begann am 17. Oktober; das OverWatch-Team beobachtete über 11 Tage Angriffe von einem einzigen ARTEX-Controller aus. Nach Angaben des Unternehmens wurden mehr als 200 verschiedene Organisationen in mindestens 14 Ländern ins Visier genommen, darunter Außenministerien, ein Präsidialamt und ein Innenministerium, Halbleiter-, Rüstungs- und Thinktank-Organisationen, Telekommunikationsanbieter sowie Pharma-, Nuklear- und Finanzunternehmen. Allein eine Operation betraf 19 Organisationen in den USA.

CrowdStrike erklärt, bei neun Organisationen Aktivitäten nach der Kompromittierung bestätigt zu haben, darunter Zugriff, die Installation der Hintertür BLOODALCHEMY, Credential Spraying, Netzwerkscans und Aufklärung; mindestens zwölf weitere sahen sich Passwort-Spraying und Credential-Scans ausgesetzt. ARTEX beschreibt das Unternehmen als agentisches Framework, in dem ein Hauptagent untergeordnete Planungs- und Arbeitsagenten über einen gemeinsamen Graphen aus Fakten, Erkenntnissen und Zielen koordiniert und einen Einbruch vom Erstzugriff bis zur seitlichen Bewegung führt. Ein menschlicher Operator griff an Entscheidungspunkten ein und gab Anweisungen auf Chinesisch. Genutzt wurde vor allem das aus China stammende Modell DeepSeek sowie ein zweites, kostenpflichtiges kommerzielles Modell, das CrowdStrike nicht identifizieren konnte; die Planungsagenten verbrauchten bei einem Einbruch rund 1,4 Milliarden Eingabe-Token. The Hacker News beschreibt ARTEX unter Berufung auf Zscaler ThreatLabz ähnlich als Orchestrierung mehrerer Sprachmodell-Backends für autonome Aufklärung und Ausnutzung.

Die berichteten Techniken waren überwiegend herkömmliche Schwachstellen, die schnell verkettet wurden: unsignierte SAML-Assertions in Kombination mit XXE-Lücken, Missbrauch von Cloud-Metadatendiensten zur Erlangung mächtiger Rollen, das Auslesen lokaler Administratorpasswörter und das Fälschen eines Admin-Tokens mit Authentifizierungsschlüsseln, die seit 2022 nicht rotiert wurden. CrowdStrike merkt außerdem an, dass die Agenten nach Hosts ohne den Falcon-Sensor suchten und ihre weiteren Aktivitäten dort bündelten. Zu den Empfehlungen zählen die Rotation von Signaturschlüsseln und Dienstzugangsdaten nach jedem Verdacht auf Offenlegung, erzwungene SAML-Signaturprüfung, IMDSv2, eingeschränkte Cloud-Rollenrechte, das Patchen internetexponierter Appliances und Endpoint-Erkennung auf allen Servern. Die Ergebnisse und die Zuordnung sind die eigene Einschätzung des Herstellers auf Basis seiner Telemetrie und nicht unabhängig geprüft; der Bericht nennt nicht, wie viele der neun bestätigten Einbrüche zu Datendiebstahl führten.