Künstlerische Leiterin Naomi Beckwith hat das kuratorische Team der Documenta 16 erweitert; die Ausstellung in Kassel läuft vom 12. Juni bis 19. September 2027.

Die künstlerische Leiterin der Documenta 16, Naomi Beckwith, hat am Donnerstag die Erweiterung ihres kuratorischen Teams für die nächste Ausgabe der Kasseler Ausstellung bekannt gegeben. Der Diné-Künstler, Komponist und Musiker Raven Chacon wird als Curator-at-Large mitwirken, während Osei Bonsu, Timea Junghaus und Noam Segal als kuratorische Berater hinzukommen. Chacon war 2022 der erste indigene Künstler, der den Pulitzer-Preis für Musik gewann, und nahm 2017 als Mitglied des Kollektivs Postcommodity bereits an der Documenta 14 teil.

Die drei Berater bringen unterschiedliche Hintergründe mit. Bonsu ist ein britisch-ghanaischer Kunsthistoriker und Senior Curator für internationale Kunst aus Afrika und seiner Diaspora an der Tate Modern. Junghaus ist Kunsthistorikerin und Kuratorin, in der Mitteilung als führende Persönlichkeit der zeitgenössischen Kunst und des kritischen Denkens unter den Sinti und Roma in Europa beschrieben; von 2017 bis 2025 war sie Gründungsdirektorin des European Roma Institute for Arts and Culture in Berlin und kuratierte 2006 den ersten Roma-Pavillon auf der Biennale von Venedig. Segal, Kuratorin und Wissenschaftlerin mit Schwerpunkt auf zeitgenössischer Kunst und Technologie, ist Associate Curator am Guggenheim Museum in New York. Sie stoßen zu einem Kernteam aus Carla Acevedo-Yates, Romi Crawford, Mayra A. Rodríguez Castro und Xiaoyu Weng, das im vergangenen August vorgestellt wurde.

Die Documenta 16 findet vom 12. Juni bis 19. September 2027 an verschiedenen Orten in Kassel statt. Laut der Mitteilung der Veranstalter sollen die Ausstellung und ihr Programm Künstlerinnen und Künstler ehren, die sich in einer Welt im Umbruch behaupten; Improvisation, Experiment und gemeinsames Lernen sollen neue Wege eröffnen. Beckwith, die auch stellvertretende Direktorin und Chefkuratorin des Guggenheim Museums ist, sagte, sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit Kreativen und Wissenschaftlern, deren Überzeugungen so stark seien wie ihr Einsatz für kollaborative Praxis. Im vergangenen Monat hatte sie der Zeit gesagt, einige eingeladene Künstler hätten abgesagt; als Gründe nannte sie nach eigener Darstellung den Eindruck eingeschränkter Freiheit in Deutschland sowie Kritik an der deutschen Haltung zum Gaza-Krieg.