Das Costume Institute des Metropolitan Museum of Art zeigt im kommenden Frühjahr „extraORDINARY: Fashion and the Poetics of the Everyday“ und ersetzt damit die abgesagte John-Galliano-Retrospektive.

Das Metropolitan Museum of Art hat am Donnerstag angekündigt, dass die nächste Ausstellung seines Costume Institute und die Met-Gala 2027, mit der sie eröffnet wird, „extraORDINARY: Fashion and the Poetics of the Everyday“ heißen werden. Die Schau untersucht, wie Designer vertraute Kleidungsstücke, Materialien und Gegenstände verwandeln – von Jeans, T-Shirts und Daunenjacken bis zu Papier, Plastik und Metall –, sodass Besucher sie neu sehen. Laut ARTnews unter Berufung auf die New York Times umfasst sie etwa 200 bis 230 Objekte, rund ein Drittel aus der eigenen Sammlung, der Rest Leihgaben oder Schenkungen von Modemarken, darunter Calvin-Klein-Jeans, die Brooke Shields trug, und Trompe-l'Œil-Jeans von Matthieu Blazy für Bottega Veneta.

Das Thema ersetzt eine geplante Retrospektive über den britischen Designer John Galliano, die das Museum nach Kritik von Spendern und jüdischen Gemeindevertretern an seinen antisemitischen und anti-asiatischen Äußerungen von 2011 absagte; Galliano hat sich seither entschuldigt. Die Gala sollte zudem auf Jom HaSchoah fallen, den Holocaust-Gedenktag in Israel. ARTnews berichtet, Anna Wintour, langjährige Vorsitzende der Gala, habe Galliano zuvor als „mutig“ gelobt, werde in der Ankündigung des Met aber nicht erwähnt und habe laut Times keine Rolle bei der Wahl des neuen Themas gespielt.

Kurator Andrew Bolton, der sich erstmals seit der Absage öffentlich äußerte, nannte sie „enttäuschend für alle Beteiligten“ und sagte, die Ersatzausstellung habe von Grund auf entwickelt werden müssen. Er wolle eine Schau, die „etwas Neues zu sagen“ habe – über Wert, Konsum und Sparsamkeit sowie darüber, was man übersieht und wegwirft. Die Ankündigung erfolgte ohne Pressekonferenz, und anders als bei früheren Ausstellungen des Instituts wird es keinen Katalog geben. Die Gala, die Spenden für das Institut sammelt, findet traditionell am ersten Montag im Mai statt.