„The Rouse“, an dem der Autor zwei Jahrzehnte schrieb, ist laut Guardian der längste Roman, der den Preis seit seiner Gründung 2013 gewonnen hat.

China Miéville hat den mit 10.000 £ dotierten Goldsmiths Prize für The Rouse gewonnen, einen Roman mit 1.264 Seiten, an dem er laut Guardian rund 20 Jahre arbeitete. Der Gewinner wurde bei einer Zeremonie in London am Mittwoch, dem 4. November, bekannt gegeben. Es ist der längste Roman, der den Preis seit seiner Gründung 2013 erhalten hat; er soll Prosa auszeichnen, die „Formen sprengt oder die Möglichkeiten der Romanform erweitert“. Er setzte sich gegen fünf weitere Titel der Shortlist durch: Polly Bartons What Am I, a Deer?, Keith Ridgways Dooneen, Doireann Ní Ghríofas Said the Dead, Aea Varfis-van Warmelos Attention Seeking Behaviour und Missouri Williams’ The Vivisectors.

Der Roman beginnt 1973 in London und folgt Maur, deren Sohn Ewan unter offenbar suizidalen Umständen in einer Kaserne stirbt. Auf der Suche nach der Wahrheit findet sie Verbündete unter anderen trauernden Familien und in einem Journalisten und entdeckt nach und nach das verdeckte Interesse des britischen Staates am Paranormalen; ihre Suche verläuft parallel zur Geschichte eines Soldaten mit Erfahrung im Umgang mit übernatürlichen Kräften. Jurychef Francis Spufford sagte, das Buch habe mit Ehrgeiz, kühnem Umgang mit Geschichte, sprachlichem Experiment und schierem Umfang „am explosivsten mit den Erwartungen gebrochen“, Jurymitglied Hari Kunzru nannte es „ein monumentales Werk“. In seiner Rezension für den Guardian beschrieb Stuart Kelly es als „maximalistisch, dicht, desorientierend und verstörend“.

Miéville, der in London aufwuchs, ist bekannt für Romane wie Perdido Street Station, Die Stadt & die Stadt und Embassytown und hat den Hugo, den World Fantasy Award und den Arthur C. Clarke Award gewonnen. Laut einem Interview mit dem New Statesman, der den Preis gemeinsam mit Goldsmiths, University of London gegründet hat, nannte er The Rouse „das prägende Buch meines Lebens“. Der Preis, der in seinem 14. Jahr vergeben wird, steht Romanen von Autorinnen und Autoren aus oder mit Wohnsitz in Großbritannien und Irland offen; im vergangenen Jahr gewann CD Rose mit We Live Here Now. Dieser Bericht stützt sich auf die Darstellung der Zeremonie und die Jurystatements im Guardian.