Verteidigungsminister Pete Hegseth hat den Direktor für Strategie, Planung und Politik der Joint Chiefs entlassen. Das Pentagon wirft ihm vor, Verschlusssachen zum Iran-Krieg und zur Ukraine weitergegeben zu haben. Der Fall liegt beim Justizministerium.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat Generalleutnant Brett Sylvia, Direktor der Abteilung für Strategie, Planung und Politik (J5) beim Vereinigten Generalstab, wegen eines vom Pentagon als schwer bezeichneten Fehlverhaltens entlassen, berichtete Al Jazeera am Donnerstag. Ein Beamter des Verteidigungsministeriums sagte dem Sender, Sylvia habe sich „außerhalb des Pentagons mit Journalisten getroffen, um Verschlusssachen preiszugeben“, und gegen ihn werde wegen Lecks zum Iran-Krieg, zum Krieg zwischen Russland und der Ukraine und weiteren Themen ermittelt.
Laut dem Pentagon-Beamten dauern die Ermittlungen an und wurden an das Justizministerium übergeben. Der Beamte behauptete zudem, Sylvia sei bei drei Lügendetektortests zum Thema Lecks durchgefallen, und sagte, er sei zwar der oberste militärische Planer des Ministeriums gewesen, aber kein zentraler Planer des Iran-Krieges; dafür seien das US-Zentralkommando und sein Befehlshaber, Admiral Brad Cooper, zuständig. Ein anonym sprechender Beamter sagte der Nachrichtenagentur AP, es gebe keinen unmittelbaren Nachfolger. Pentagon-Sprecher Sean Parnell erklärte am Donnerstag zuvor, das Ministerium habe „null Toleranz“ gegenüber der unbefugten Weitergabe von Verschlusssachen, ohne Sylvia zu nennen. In den ausgewerteten Berichten findet sich keine Stellungnahme Sylvias, und die Vorwürfe gegen ihn sind nicht unabhängig bestätigt.
Die Entlassung erfolgt, während Berichten zufolge Washington seine Verbündeten vor möglichen neuen Angriffen auf den Iran gewarnt hat und Präsident Donald Trump versprochen hat, den „Job zu Ende zu bringen“, und zwar nach den Zwischenwahlen am Dienstag. Sylvia ist die zweite Person, die unter Hegseth von der J5-Position entfernt wurde; sein Vorgänger wurde im vergangenen Oktober zum Ruhestand gezwungen. In einem Interview mit France 24 sagte der pensionierte Generalleutnant Ben Hodges, die gemeldete Entlassung spiegle ein möglicherweise besorgniserregendes Muster unter Hegseth wider, und er stellte Entlassungen hochrangiger Offiziere ohne öffentliche Begründung infrage; dies ist seine Meinung und keine Tatsachenfeststellung.



