Zur Internationalen Woche zur Verhütung von Bleivergiftungen 2026 erklärt die WHO, Bleibelastung trage zu mehr als 3,5 Millionen Todesfällen pro Jahr bei, und fordert schnellere, auf Vorbeugung ausgerichtete Maßnahmen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Länder aufgefordert, ihre Maßnahmen gegen Bleivergiftungen zu beschleunigen, und beschreibt sie als weit verbreitete, aber vollständig vermeidbare Gesundheitsgefahr. In einer auf den 15. Oktober 2026 datierten Mitteilung zur Internationalen Woche zur Verhütung von Bleivergiftungen, die 2026 unter dem Motto „Von der Erkennung zur Vorbeugung“ steht, erklärte die Organisation, Bleibelastung trage schätzungsweise zu mehr als 3,5 Millionen Todesfällen weltweit pro Jahr bei und betreffe Hunderte Millionen Kinder. Die Schätzung der Todesfälle entspricht Zahlen des Institute for Health Metrics and Evaluation, die im WHO-Faktenblatt zu Blei genannt werden und die meisten dieser Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Wirkungen zurückführen.

Die WHO teilte mit, ihre Mitgliedstaaten hätten die Bleibelastung als dringendes Problem der öffentlichen Gesundheit anerkannt und die Organisation beauftragt, einen Globalen Aktionsplan zur Bleiminderung zu erarbeiten, der 2027 der Weltgesundheitsversammlung vorgelegt werden soll. Ebenfalls 2027 soll ein technisches Paket „PREVENT“ zur Verhütung von Bleivergiftungen erscheinen, das Ländern helfen soll, vorrangige Expositionsquellen zu ermitteln, wirksame Maßnahmen auszuwählen, Vorschriften durchzusetzen und Fortschritte zu verfolgen. Zudem unterstützt die WHO Laborkapazitäten für Blutbleitests in Brasilien, fünf indischen Bundesstaaten, Nepal und sechs afrikanischen Ländern: Äthiopien, Ghana, Malawi, Ruanda, Südafrika und Tansania. Sie wies darauf hin, dass in ihrer jüngsten veröffentlichten Bewertung weniger als die Hälfte der Länder rechtsverbindliche Vorgaben für Bleifarben bestätigt hatte.

Das begleitende Video ist ein kurzer Aufklärungsclip, den der offizielle YouTube-Kanal der WHO am 31. Oktober 2026 veröffentlicht hat. Es handelt sich um ein Erklärvideo und nicht um Aufnahmen eines konkreten Ereignisses; es enthält keine neue Ankündigung über die veröffentlichten WHO-Materialien hinaus. Seine Botschaft lautet, dass Blei weder sichtbar noch schmeckbar oder riechbar ist, sich aber in Farbe, Staub, Boden, Wasser, manchen Keramiken, Kosmetika, Arzneimitteln, Spielzeug und Schmuck verbergen kann und dass man es stoppen kann, indem man danach testet, es findet und entfernt. Die WHO betont, es gebe keine bekannte unbedenkliche Belastung, Kinder seien besonders gefährdet, weil sich ihr Gehirn und Nervensystem noch entwickeln, und schon geringe Belastung könne irreversible Schäden verursachen.