In der Cinémathèque française lobte Cannes-Chef Thierry Frémaux das französische Filmfinanzierungssystem, während CNC-Präsident Gaëtan Bruel vor Versuchen warnte, es zu zerschlagen, berichtet Variety.
Die französische Filmbehörde CNC hat ihr 80-jähriges Bestehen laut Variety mit einem dreitägigen Treffen von Branchenvertretern in der Pariser Cinémathèque française vom 26. bis 28. Oktober begangen. Thierry Frémaux, Chef der Filmfestspiele von Cannes und des Institut Lumière in Lyon, nutzte ein Bühnengespräch mit dem Filmhistoriker Antoine de Baecque, um das Fördersystem zu loben: Das Geld des Kinos fließe zurück ins Kino und unterstütze auch die Restaurierung, ein Ansatz, den seiner Aussage nach inzwischen andere Länder übernehmen.
CNC-Präsident Gaëtan Bruel, der das Amt im vergangenen Jahr übernahm, beendete die Veranstaltung mit einer energischen Verteidigung der Institution in einer Zeit politischen und finanziellen Drucks vor der Präsidentschaftswahl 2027. Variety berichtet, die rechtsextreme Rassemblement National habe im Oktober in einem Haushaltsvorschlag Pläne skizziert, das CNC zu verkleinern und die Mittel für den öffentlichen Rundfunk zu kürzen. Bruel beschrieb eine der tiefsten Krisen der Branche seit der Erfindung des Kinos, sagte, Streamingdienste entdeckten angesichts von YouTube nun ihre eigenen Schwächen, und kündigte an, das CNC werde bald eine Strategie vorstellen, mit der digitale Kreative und soziale Plattformen stärker an der Finanzierung französischer audiovisueller Werke beteiligt werden sollen – eine Debatte, die mit der laufenden Überprüfung der EU-Regeln für audiovisuelle Mediendienste durch die Europäische Kommission zusammenhängt.
Zum Programm gehörten Filmemacher wie Olivier Assayas und Arnaud Desplechin, Produzenten und Animationsmanager, mit Diskussionen über den Schutz der Kinos, den Aufschwung des französischen Animationsfilms und die erweiterte Zuständigkeit des CNC für Fernsehen, Videospiele und immersive Kreation. Bruel argumentierte, das Modell habe auch eine bürgerschaftliche Funktion, und verwies auf ein dichtes Kinonetz und Schulprogramme, die nach seinen Angaben jährlich rund zwei Millionen Schüler in die Kinos bringen. Zitate und Zahlen in diesem Artikel stammen aus einem einzigen Fachbericht; Bruel selbst räumte ein, dass die Zukunft des Modells offen sei: Keine Schlacht sei im Voraus verloren.



