Huertas Familie teilte mit, dass die Gewerkschafterin, Feministin und Bürgerrechtsikone am Mittwoch zu Hause starb; sie gründete die United Farm Workers mit und prägte den Slogan „Sí, se puede“.

Dolores Huerta, Gewerkschaftsführerin, Feministin und Bürgerrechtlerin, die die Gewerkschaft United Farm Workers mitgegründet und den Slogan „Sí, se puede!“ („Ja, es ist machbar“) geprägt hat, ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Ihre Familie teilte in einer über ihre Stiftung verbreiteten Erklärung mit, sie sei am Mittwoch zu Hause gestorben. NPR und France 24 berichteten über ihren Tod. Bis weit in ihre Neunziger blieb sie aktiv, nahm an Protesten teil und sprach für ihre in Bakersfield, Kalifornien, ansässige Stiftung über Rassismus, Armut sowie LGBTQ+- und Frauenrechte.

Geboren wurde sie 1930 als Dolores Clara Fernández in Dawson, New Mexico. Sie war Grundschullehrerin im kalifornischen San Joaquin Valley, bevor sie sich dem Organisieren zuwandte; sie sagte, sie könne hungrigen Kindern mehr helfen, wenn sie deren Eltern, die Landarbeiter, organisiere. 1962 gründete sie gemeinsam mit César Chávez die National Farm Workers Association, aus der später die United Farm Workers wurde. Sie verhandelte Verträge mit großen Agrarbetrieben, erreichte einige der ersten Gesundheits- und Sozialleistungen für Landarbeiter, beteiligte sich am Traubenstreik von Delano und leitete Anfang der 1970er Jahre landesweite Boykotte von Trauben und Salat, die den Weg für Kaliforniens erstes Gesetz zum Recht der Landarbeiter auf Tarifverhandlungen ebneten. Sie wurde 22-mal bei Gewerkschaftsaktionen inhaftiert und 1988 bei einem Protest in San Francisco von einem Polizeiknüppel schwer verletzt.

Barack Obama verlieh Huerta 2012 die Presidential Medal of Freedom; sie wurde als erste Latina in die National Women's Hall of Fame aufgenommen und erhielt neun Ehrendoktorwürden, Schulen und Straßen tragen ihren Namen. In diesem Jahr machte sie öffentlich, dass sie in den 1960er Jahren von Chávez sexuell missbraucht wurde, woraus zwei Kinder hervorgingen – ein Geheimnis, das sie nach eigenen Angaben rund 60 Jahre lang aus Sorge um die Landarbeiterbewegung bewahrte. Mit ihrem Tod endet das Leben einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der amerikanischen Arbeiter- und Bürgerrechtsbewegung.