Über 1.645 Marstage hinweg registrierte das PIXL-Instrument des Rovers feine und ultrafeine Staubkörner, die an Materialien wie Teflon haften – Erkenntnisse für Anzüge, Habitate und Crew-Gesundheit.

Die NASA teilt mit, ihr Rover Perseverance habe die ersten Messungen feiner und ultrafeiner Staubpartikel direkt auf dem Mars vorgenommen. Über 1.645 Marstage hinweg untersuchte das Röntgenspektrometer PIXL den Staub, der an Kalibrierzielen und an mitgeführten Proben von Raumanzugmaterial haftet. Frühere Messungen auf dem Mars lösten Körner bis etwa 3 Mikrometer auf; PIXL erfasste Partikel unter 2,5 Mikrometern sowie ultrafeine Körner von rund 100 Nanometern. Laut NASA sollen die Ergebnisse am 27. Oktober in den Proceedings of the National Academy of Sciences erscheinen.

Die Partikel auf PIXLs Teflon-Ziel und auf einem Vectran-Stück des Instruments SHERLOC maßen im Mittel rund 2 Mikrometer, während Körner auf einem Basaltglas-Ziel und einem Teflon-Stück bis auf etwa 100 bis 300 Nanometer hinabreichten. Statische Elektrizität scheint zu bestimmen, welche Größen an welchen Oberflächen haften, da sich Körner durch Zusammenstöße in der Luft aufladen; die feinsten Partikel blieben über Jahre des Fahrens und Bohrens haften. Teflon ist ein organisches Polymer, wie es in äußeren Anzugschichten üblich ist, und es sammelt feinen Staub bereitwillig, während andere Materialien weniger hielten. Hauptautor Scott VanBommel von der Washington University in St. Louis sagte, größere Klumpen fielen mit der Zeit ab, die kleinsten Partikel blieben jedoch.

Die NASA weist darauf hin, dass Partikel unter 2,5 Mikrometern auf der Erde tief in die Lunge eindringen und in den Blutkreislauf gelangen können und dass Marsstaub reaktive Verbindungen wie Perchlorate und reaktives Eisen enthält. Nach Angaben der Behörde hängen die Gesundheitsrisiken vermutlich von Menge und Dauer der Exposition ab; die Arbeit könne Anzug- und Habitatdesign, Staubentfernung und Expositionsgrenzwerte für Astronauten beeinflussen. Apollo-Crews hatten es mit Mondstaub zu tun, der Visiere zerkratzte und Dichtungen beschädigte; die NASA nennt Konzepte wie Suitports und Zweikammer-Schleusen, um den Staubeintrag zu begrenzen. Es handelt sich um Ergebnisse einer Studie, wie die NASA sie beschreibt, nicht um eine Feststellung tatsächlicher Gesundheitsfolgen für künftige Crews.